Franz Jakob von Hilgers 
1810 - 1877

Netzpublikation: 

Dieter Gewitzsch
Franz Jakob von Hilgers
1810 - 1877
Landrat und Abgeordneter

... mit dem bitteren Gefühl, daß ich eine angenehme Existenz politischer Überzeugungs-Treue unkluger Weise geopfert habe. 
Hilgers am 15. Juli 1859 an Innenminister Graf von Schwerin und Finanzminister von Patow 

Jakob von Hilgers. Foto aus dem "Album Lenarz", Privatbesitz. Abgedruckt in: Bernd Haunfelder, Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1849-1867, Düsseldorf 1994, innere Umschlagseite. Repro: dg

 


                                                                                                                        

1810 in Heister im Herzogtum Nassau als Sohn eines Landrats geboren, folgte Hilgers der Familientradition und wurde 1845 Landrat des Kreises Altenkirchen. Seine vorgezeichnete Karriere im Amt begleiteten nach 1848 politische Ambitionen, die ihn im Herbst 1849 in die preußische Zweiten Kammer brachten, mit denen er sich aber auch Schwierigkeiten einhandelte. 1852 wurde Hilgers mit anderen Landräten wegen oppositioneller Tätigkeit zur Disposition gestellt, d.h. bei gekürzten Bezügen aus dem Amt entlassen.

Es dauerte viereinhalb Jahre, bis Hilgers 1856 als Stellvertreter in Lüdinghausen in ein Landratsamt zurückkehren durfte. Nachdem er 1858 nur für einige Monate in Rybnick tätig war, versuchte Hilgers im Kreis Ahaus vergeblich, aus der Position des Stellvertreters heraus eine definitive Berufung als Landrat zu bekommen. 1861 gab den Gedanken an eine Rückkehr in den Staatsdienst auf.  

Der Politik entsagte Hilgers nicht. Von 1858 bis 1870 war er Abgeordneter rheinischer Wahlkreise, schloss sich wechselnden Gruppierungen an, immer auf Seiten der liberalen Opposition. 

lesen